Laotse

2011 / 08 / 01 um 21:14 Uhr

Hier kommen paar Auszüge aus seinem Buch:

I

Das Wesen / das begriffen werden kann /
Ist nicht das Wesen des Unbegreiflichen.
Der Name / der gesagt werden kann /
Ist nicht der Name des Namenslosen.
Unnambar ist das All – Eine / Ist Innen.
Nambar ist das All – Viele / Ist Außen.
Begehrdenlos ruhen / heißt Innen erdringen.
Begerdenvoll handeln / heißt beim Außen verharren.
All – Eines und All – Vieles sind gleichen Ursprungs /
Ungleich ist die Erscheinung.
Ihr Gleiches ist das Wunder /
Das Wunder der Wunder /
Alles Wunder – Vollen Tor.


II

Wer da sagt: Schön / schafft zugleich: Unschön.
Wer da sagt: Gut / schafft zugleich: Ungut.
Bestehen bedingt Nichtbestehen.
Verworren bedingt Einfach.
Hoch bedingt Nieder.
Laut bedingt Leise.
Bedingt bedingt Unbedingt.
Jetzt bedingt Einst.
Also der Erwachte:
Er wirkt / ohne zu werken.
Er sagt / ohne zu reden.
Er tr/aauml;gt alle Dinge in sich zur Einheit beschlossen.
Er erzeugt / doch besitzt nicht.
Er vollendet Leben / beansprucht nicht Erfolg.
Weil er nicht beansprucht / erleidet er nie Verlust.



III

Ausgezeichnete nicht bevorzugen /
So sind nicht gezeichnete.
Besitz nicht schätzen / so sind nicht Besitzgierige.
Nicht werten das Außen / so ist nicht Unwert im Innen.
Also der Erwachte:
Er macht Volkes Herz begehrdenlos /
Und es wird Überfuß haben.
Schwindet Begehren / erscheint Kräftigkeit.
Nicht übt er Gescheitsein /
Und sind Gescheite / so beirrt er sie im Handeln.
Ist Nichthandeln /
Geschieht die Große Ordnung.



IV

Das Wesen ist gleich wie die Leere eines Gefäßes.
Wer Wesen auswirkt / ist wie die Leere /
Und sammelt nicht an.
Leer ist es dennoch der unermeßliche Schloß aller Dinge.
Standpunkte entgipfelnd /
Aus löst es Daseins Verworrenheit.
Überschattend Blendung /
Auf hellt es Einklang des Seins.
Stet ist seine Beschlossenheit.
Unkund seiner Herkunft erkennen wir:
Es war vor dem Anfang alles Geschehens.



V

Das Unermeßliche kennt nicht Einzel-Liebe /
Es durchdringt Alles und bringt sich das.
Der Erwachte kennt nicht Einzel – Liebe /
Er durchdringt Alles und bringt sich dar.
Gleicht nicht das Unermeßliche einem Blasebalg?
Seine Leere ermöglicht deine Fülle.
Schnell erschöpft sind die Wogen der Liebe und des Hasses.
Nie erschöpft sich die innere Meeresruhe.



VI

Die tiefe Ruhe dauert.
Sie ist die Mutter alles Totlosen.
Auf ihrer Bewegung beruht die Werdung.
Himmels und der Erden.
Die Tiefe Ruhe ist Bewegung in sich selbst.



VII

Himmel und Erde währen.
Weil sie nicht Eigen leben / darum währen sie.
Weil sie Un – Eigen leben / darum währt ihr Eigenstes.
Also der Erwachte:
Er tritt zurück und ist doch der Führende.
Sich verschwendend gewinnt er sich.
Nichts zu seinem Eigen erraffend /
Vollendet sich sein Eigenstes.



VIII

Höchste Vollkommenheit ist gleich wie Wasser.
Tränkend alle Dinge durchdrängt es sie.
Nie meidet es Niederstes.
Darin gleicht es dem Wesen.
Das Vollkommene des Wohnens zeigt sich in der Gemäßheit der Stätte.
Das Vollkommene der Gesinnung erweist sich schweigend.
Das Vollkommene der Gesellschaft offenbart sich als Durchdrängung.
Das Vollkommene der Führung enthüllt sich als Ausfluß der Großen Ordnung.
Auf blüht Vollkommenheit des Wirkens als Äußerung innerster Eignung.
Aus drückt sich Vollkommenheit des Tuns als Eingreifen zur richtigen Stunde.
Das Vollkommene dringt ein.
Der äußerliche kann ihm nichts anhaben.



IX

Besser / ein Gefäß ungefüllt lassen /
Als füllen und mit beiden Händen tragen.
Besser / ein Schwehrt nich schleifen /
Als schleifen und sich der Schärfe rühmen.
Besser / das Haus ohne Schätze /
Als Schätze und auf der Hut sein müssen.
Fülle und Vorzüge verleiten zu Äußerlichkeit.
Äußerlichkeit leitet ab vom Wesen.
Ist das Werk geäußert / sich ihm entäußern /
Also der Erwachte.

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